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Der Blog der Rundschau-Redaktion (18)
Als Cicero im LCB sang

Roger Cicero starb am 24. März. FOTO: Roger Cicero
Wuppertal. Hier bloggen wir, was hinter den Rundschau-Kulissen passiert. Schauen Sie mal rein. Von der Redaktion

+++ Roger Cicero ist tot +++

Eine Meldung, die man wirklich nicht erwartet hätte. Udo Jürgens war 80, David Bowie war 69 und schwer krank - aber Roger Cicero ist nur 45 geworden, bevor ihn jetzt ein Schlaganfall ereilte. Nein, seine Karriere begann nicht in Wuppertal - aber hier habe ich ihn live gehört, als er im Keller des LCB in Barmen sang. Vor gut 100 Gästen. In der Jazz-Reihe Blue NoteS, die Ulli Rasch aus der Taufe gehoben hatte und in der sein Trio mit wechselnden Solisten auftrat.

Cicero "zog" damals vor allem, weil man den Namen seines weltberühmten Vaters Eugen kannte, der erfolgreich Klassikstücke verjazzte. Dabei verfügte er selbst über eine hervorragend ausgebildete, angenehm elastische Stimme und einen sympathisch bescheidenen Auftritt. Es war Anfang 2006, als er seine sehr ansprechende Performance im altehrwürdigen Haus der Jugend hinlegte.

Nur einige Wochen später (!) war Roger Cicero auf allen Kanälen zu sehen. Sein Album "Männersachen" wurde über eine Million mal verkauft. Er füllte fortan begleitet von Bigbands die großen Hallen - im April wäre er mit seinem neuen Sinatra-Programm vor 5000 Besuchern in Düsseldorf aufgetreten. Eine tolle Karriere war ihm in den vergangenen zehn Jahren gelungen. Doch dafür hat er jetzt offensichtlich einen hohen Preis bezahlt.

 
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