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Der Blog der Rundschau-Redaktion (34)
Eine Tasse Whisky mit Juliette Greco

Der Blog der Rundschau-Redaktion (34): Eine Tasse Whisky mit Juliette Greco
Juliette Greco aus „Alles was zählt“. FOTO: RTL/Stefan Gregorowius
Wuppertal. "Am 28.08.2016 können Sie einen ganzen Tag mit Seriendarstellerin Juliette Greco gewinnen, die Ihnen exklusiv die Hot-Spots der VIPs verrät und Einblicke in spannende Drehorte in ganz NRW liefert." So lautete die Pressemitteilung von Wuppertal Marketing, die mich ratlos machte. Von Hendrik Walder

Nun gut, natürlich kenne ich die Greco als Belphégor, jenes schauerliche Gespenst, das nachts durch den Pariser Louvre spukte. Eine traumatische Erfahrung von Angehörigen meines Jahrgangs, die diese berühmte Vorabendserie nur unter dem Wohnzimmertisch versteckt aushalten konnte. Aber die große Chansonette des französischen Existenzialismus deswegen als Seriendarstellerin zu bezeichnen? Und mit der 89-Jährigen einen Tag lang die Hotspots der VIPs abzuklappern? Wo sie doch gerade ihr letzes Konzert in der Kölner Philharmonie aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Da stimmt was nicht.

Die Tiefenrecherche jüngerer Kollegen brachte es ans Licht. Juliette Greco (geb. Menke) spielt seit neun Jahren in der RTL-Serie "Alles was zählt" die Fitness-Trainerin Lena Öztürk. Und seit sie ihren Kollegen Salvatore Greco geheiratet hat, trägt sie nun einen berühmten Namen. Sie ist es, die am Freitag begleiten kann, wer sich unter [email protected] erfolgreich darum bewirbt.

Wer die "echte" Greco live erleben will, hat hingegen wohl kein Glück mehr. Im Frühjahr 1965 hat sie – das erbrachte meine nächste Tiefenrecherche – ihren vermutlich letzten Auftritt in Wuppertal im Rahmen einer gesamtdeutschen Städtetournee absolviert. Und dabei am Rande ein Gespräch mit dem Spiegel-Journalisten und Kabarett-Autor Martin Morlock geführt, dem sie erst einmal eine Tasse Whisky mit Kaffee anbot. Daraus entstand ein kurzer und kurzweiliger Beitrag über das Treffen in ihrem Zimmer im Hotel Kaiserhof am Döppersberg. Einer ihrer Hinweise dabei: Wuppertal erinnere sie an das nordfranzösische Lille, das sei auch so scheußlich...

Davon unbeeindruckt dokumentierte der Wuppertaler Bahnhofsvorsteher seine Zuneigung für das französische Chanson mit einem riesigen Blumenstrauß, der im Kaiserhof-Zimmer der Diva stand. Was hätte der Mann für einen ganzen Tag mit Juliette Greco gegeben...

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