Krankenhaus St. Josef Wuppertal hat ab August eine Notfall-Ambulanz

Notfall-Ambulanz ab August : „Kapellchen“ kann jetzt auch Notfälle aufnehmen

Das Krankenhaus St. Josef eröffnet zum 1. August seinen Neubau und bietet dort auf drei Etagen eine Notfallambulanz mit Rettungswagenanfahrt, eine neue Intensivstation und 56 neue Betten.

Bislang war das Krankenhaus St. Josef – bei vielen Wuppertalern besser bekannt als „Kapellchen“ – nicht auf Notfallpatienten ausgelegt. Rettungswagen fuhren das Haus an der Bergstraße nicht an. Weil man hier auf geplante Eingriffe spezialisiert war und darum keine Notfallambulanz hatte, war St. Josef gesetzlich verpflichtet, jedes Jahr Strafzahlungen in Höhe von rund 800.000 Euro zu leisten. Nach zwei Jahren Bauzeit und Investitionen von 15 Millionen Euro startet das Kapellchen im August nun auch den Betrieb als „Akutkrankenhaus“. Auf drei Etagen wurden 56 neue Betten geschaffen und auf der Intensivstation zwölf weitere. In naher Zukunft sollen noch ein Kneipbecken und eine Dachterrasse folgen.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“ sagt Geschäftsführer Michael Dohmann. Mit dem Neubau sei man auch angesichts der anderen Wuppertaler Krankenhäuser gut aufgestellt und das mache sich auch in der Versorgung der Bürger bemerkbar: „Wir schaffen kurze Wege. Wir können sehr innenstadtnah und wohnortnah ein umfassendes Spektrum anbieten.“ Zu diesem Spektrum zählen auch ein erweitertes Leistungsangebot in den Abteilungen Gastroenterologie, Pneumologie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie. Dafür wurden zwischen 40 und 50 neue Arbeitsplätze für Ärzte geschaffen. Und auch neue Pflegekräfte konnten – trotz des Fachkräftemangels – eingestellt werden.

Dohmann berichtet, dass sich das Krankenhaus aus wirtschaftlicher Perspektive sehr gut entwickelt: „Wir haben in diesem Jahr zwölf Prozent mehr Patienten als im gleichen Zeitraum im Vorjahr.“ Das führt er darauf zurück, dass die „andere Philosophie“, die in St. Josef herrsche „auf dem Markt gut angenommen“ werde. „Das Kapellchen hat einen guten Ruf in Wuppertal“, meint er. Und der Patient gehe dort hin, „wo er sich gut versorgt fühlt“. Der Geschäftsführer habe das Gefühl, dass man „einen guten Job“ mache und das von den Patienten honoriert werde. Nach dem Motto „der Mensch in guten Händen“ versuche man eine gute Versorgung zu bieten. Trotz des wirtschaftlichen Drucks, der alle Krankenhäuser betreffe, sei man als kirchliches Haus nicht auf Gewinnmaximierung aus, was sich konkret auch auf die Verweildauer der Patienten auswirke: „In unseren Krankenhäusern bleiben die Patienten tendenziell länger. Sie werden nicht so schnell rausgeschmissen.“

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