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Nach Toreschluss - die Wochenendsatire
Der englische Praktikant

Nach Toreschluss - die Wochenendsatire: Der englische Praktikant
So geht das - oder auch nicht ... FOTO: Rundschau
Wuppertal. Der Döppersberg-Umbau hat uns ja schon viele kreative Verkehrsführungs-Ideen beschert. Zuletzt sogar eine funktionierende in Form der zusätzlichen Fahrspur über den Robert-Daum-Platz in Richtung Briller Straße, die noch effektiver wäre, wenn Autofahrer sie auch gelegentlich benutzen würden. Wuppertaler fahren aber gerne da her, wo sie immer schon hergefahren sind, weshalb sie konsequent rechts im Stau stehen bleiben.

Dieses mobile Beharrungsvermögen wirkt sich jetzt auch an der neuesten Döppersberg-Verkehrshürde negativ aus. Seit Montag ist die Straße vom Kleeblatt runter zum Bahnhof für Autos gesperrt, damit sie abgerissen werden kann. Durchfahren dürfen nur noch Taxis, Einsatzfahrzeuge und Radfahrer. Die dazu errichteten Schilder haben aber etwa die Abschreckungswirkung der 420 Mann starken Armee der Seychellen. Also gar keine.

Deshalb fahren alle 30 Sekunden trotzdem Autos durch das bunte Gewirr gelber und weißer Pfeile auf dem Boden und roter und weißer Schilder oben zum Bahnhof runter und verenden dort in der real nicht mehr existenten Wendeschleife.

Die erreichen sie aber meist gar nicht erst, weil ihnen auf der Taxi-, Einsatzfahrzeug- und Fahrrad-Fahrbahn Dutzende von Fußgängern entgegen kommen, wie unser Bild rechts deutlich zeigt. Diese Fußgänger sollten eigentlich den Bürgersteig links benutzen. Weil es sich aber zu 90 Prozent um Studenten handelt, die im verdichteten Bachelor-Studium keine Zeit mehr für Umwege haben, klappt das nicht.

Möglicherweise werden sie aber auch durch die links entgegen der Fahrtrichtung aufgestellten Taxis irritiert. Dieses Arrangement legt die Vermutung nahe, dass derzeit ein überforderter Praktikant aus England im Verkehrsressort der Stadt arbeitet. Die Taxis müssen jetzt sozusagen gegen die Einbahnstraße fahren, um sich dann so hinzustellen, dass sie unten nur in drei bis vier Zügen drehen können, bei denen sie wahlweise den Bauzaun oder zwei bis drei Studenten umwerfen.

Da sich das Ganze unmittelbar unter unseren Redaktionsfenstern abspielt, haben wir jetzt ein Unterhaltungsprogramm, das dreimal besser ist als das von ProSieben oder VOX. Umso dankbarer sind wir dafür, dass der einzige Ansatz der Verwaltung zur Lösung dieser Probleme bisher in der Empfehlung, besteht, besser über die Dessauer Straße am anderen Ende des Döppersbergs zum Bahnhof zu fahren.

Gelegentlich stehen Autofahrer vor dem Durchfahrt-Verboten-Schild und lesen angestrengt das Kleingedruckte. "Bin ich wohl ein Einsatzfahrzeug, wenn ich die Omma und ihren Rollator hinten drin habe?" scheinen sie zu denken. Nein, sind sie nicht. Omma muss raus und Deutschlands längste Bahnhofszuwegung runterrollatoren. Oder sie bestellt sich ein Velotaxi, von denen wir in Wuppertal ja ein paar haben. Die müssten theoretisch durch dürfen und könnten mit ihrer Wendigkeit auch den entgegen kommenden Studenten ausweichen.

Nach dem wilden Akademiker-Slalom muss Omma zwar wahrscheinlich brechen, hat sich aber auf der Fußgänger-Buckelpiste neben der Bahnhofsdirektion wenigstens nichts gebrochen. Ich plädiere also für einen Velotaxistand am Kleeblatt, vielleicht diesmal ja sogar in Fahrtrichtung. Herr Mucke, übernehmen Sie ...

Bis die Tage!

Die Rundschau-Radrunde
 
 
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