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Nach Toreschluss – die Wochenendsatire
Hi Spari, Bidunowa?

Nach Toreschluss – die Wochenendsatire: Hi Spari, Bidunowa?
Rundschau-Redakteur Roderich Trapp. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. Die Welt ist ja inzwischen voll von Digital Natives. Das ist die Generation, die mit beiden Daumen gleichzeitig Nachrichten mit 100 Anschlägen pro Sekunde ins Smartphone tippen und dabei gleichzeitig noch einen Coffe to go trinken und Musik über Spotify hören kann. Das alles beim Fahrradfahren, versteht sich.

Möglich ist das nur, weil Digital Natives die smarte Kommunikation mit der Muttermilch aufgesogen haben und vermutlich bereits als Säugling per Babyphon SMS mit Nachrichten wie "Hunger!!! asap Stillen" an Mama geschickt haben.

Wenn ich hastig versuche, schnell eine SMS zu schreiben, um beispielsweise über mein verspätetes Eintreffen zum Abendessen zu informieren, kommt meistens sowas beim Empfänger an: "Sorryy, stherim Stau, qwrd fgunf Mniutn spträ." Manchmal kann man die Nachricht auch gar nicht verstehen.

SMS sind übrigens längst überholt, weil sie durch WhatsApp verdrängt wurden. Damit kann man viel besser neben Textnachrichten auch Bildchen, Filmchen und anderen Schmonzes verschicken, die der Empfänger immer schon mal nicht sehen wollte. Außerdem gibt es in WhatsApp inzwischen so viele Grinsegesichter und Emoticons zum Einfügen, dass sie die Buchstaben weitgehend verdrängt haben. Bekomme ich WhatsApps von Menschen unter 25, dann habe ich manchmal den Eindruck, ich kommuniziere mit dem Malkurs der Klasse 2b aus der Grundschule Peterstraße. In Kombination mit den schier unendlich vielen Abkürzungen entsteht so eine ganz neue Sprache, die eine Art Mischung aus altägyptischen Hieroglyphen, Rap und Morsezeichen ist.

Deshalb habe ich großen Respekt vor der Sparkasse Wuppertal, die beschlossen hat, dass man sie demnächst auch per WhatsApp ieren kann. Ich bin mal gespannt, was da dann für Nachrichten ankommen. Bestimmt sowas wie: "Hi Spari, Bidunowa? Konto ist voll leer  schick mal Geld sonst megafail, kB auf Stress AKLA GN8."

Sofern Sie noch zu den fossilen Lebensformen gehören, die in ganzen Worten miteinander reden oder simsen, übersetze ich das gerne für Sie. Früher hätte die Botschaft gelautet: "Sehr geehrte Sparkasse, entschuldigen Sie die späte Störung, aber ich wende mich heute mit der dringenden Bitte an Sie, den bereits ausgeschöpften Verfügungsrahmen meines Kontos zu erweitern, um mir Unannehmlichkeiten zu ersparen. Für eine Rückmeldung wäre ich dankbar." Das ist unbestreitbar wesentlich länger als die WhatsApp-Variante und von einem Digital Native mit Trommelstockdaumen natürlich in dieser Form nicht eintippbar. Sonst würde er dabei vom Fahrrad fallen - LOL.

Wenn die Sparkasse mit den Kunden auf WhatsApp-Augenhöhe kommunizieren will, muss sie also auch im korrekten Style antworten. Also keinesfalls: "Wir bedauern außerordentlich, Ihre Kreditlinie aktuell mit Blick auf Ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht erhöhen zu können." Sondern besser mit der WhatsApp: "pPkM". Heißt so viel wie: "persönliches Pech, kein Mitleid"...

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