| 21.18 Uhr

Samstag
Eine Stadt, eine Trasse und sehr viel Kultur

Samstag: Eine Stadt, eine Trasse und sehr viel Kultur
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Auf dieser Wiese hinter Monika Heigermoser wird das Tanztheater Pina Bausch am Samstag eine öffentliche Probe zeigen. FOTO: Rundschau / Simone Bahrmann
Wuppertal. 85 Veranstaltungen an 14 Orten, verteilt auf 14,5 Kilometern entlang der Nordbahntrasse – das ist die Kulturtrasse am Samstag (2. September 2017). Von Nicole Bolz

Ein Projekt aus der Strategie "Wuppertal 2025". Es soll die ganze Bandbreite der Wuppertaler Kultur an einem Tag zeigen: von Tanztheater und Sinfonieorchester über einzelne Künstler, kleinere Theater, Lichtkunst, Film, Literatur, Kabarett und Installationen. Und all das in ungewöhnlichen Kombinationen an ungewöhnlichen Orten. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Organisatorin Monika Heigermoser gibt einen – persönlichen – Überblick.

Die Sensation: Monika Heigermoser, Leiterin des Kulturbüros, sitzt vor der Skaterhalle Wicked Woods und schaut versonnen auf die Wiese neben der Trasse. Wo jetzt noch rein gar nichts zu sehen ist, wird sich am Samstag eine kleine Sensation anbahnen. Das erste Mal seit dem Bestehen präsentiert sich hier (18 Uhr) das Tanztheater Pina Bausch mit einer öffentlichen Probe unter freiem Himmel. "Die Kulturtrasse soll die ganze Stärke der Wuppertaler Kultur zeigen, da gehören die Wuppertaler Bühnen und natürlich das Tanztheater dazu", freut sich Heigermoser.

Das Fest im Fest: Apropos Bühnen. Die haben kurzerhand ihr jährliches Theaterfest zum Mirker Bahnhof verlegt, um auch dabei sein zu können. Highlight dürfte um 19 Uhr das Galakonzert auf der großen Open-Air-Bühne sein, an dem sich Sinfonieorchester, Oper und Schauspiel beteiligen. Heigermoser: "Das ist ganz wunderbar!"

Der aufwändigste Programmpunkt: Beim Filmfestival "Tal der Toten" präsentiert das Medienprojekt unter der Autobahnbrücke A535, Höhe Deutscher Ring, ab 18 Uhr acht Horrorfilme aus eigener Produktion. "Das ist schon weit ab", sagt Monika Heigermoser. Eine echte Herausforderung für Sicherheit und Logistik, die aber kreativ gelöst wurde. Ein Shuttlebus bindet diesen an die anderen Veranstaltungsorte an. Und im Sinne des Jugendschutzes gibt es Geld vom Jugendamt dazu. "Da haben alle Hand in Hand gearbeitet."

Im Tunnel und auf der Trasse: Zweimal schon war der "Viertelklang" zu Gast auf der Trasse. Daraus hat man gelernt. Etwa: "Die Trasse muss eigenständig bespielt werden und das mit ganz eigenen Formaten", erklärt Monika Heigermoser. Und so gibt es in den Tunneln Fatloh, Rott, Engelnberg und im Tanztunnel eigens dafür konzipierte (Licht-)Installationen von Kai Fobbe, Gregor Eisenmann, Susann Helen Miller und den Raumzeitpiraten. Und auf der Trasse begegnet man zwischen 12 und 14 Uhr sowie zwischen 22 und 24 Uhr den "Rollbeats". Eine Art "Critical Mass", bei der zuvor gesammelte Trassen-Klänge von DJs während der Fahrt in sphärische Klänge und tanzbare Loops verwandelt werden. Mitradeln erwünscht!

Die Mischung macht's: Wenn das Royal Street Orchestra auf Werner Dickels Kammerphilharmonie trifft (21 Uhr Immanuelskirche), der Verein Tanzrauschen Szenen aus seinem Film mit Paul White (Tänzer des Wuppertaler Tanztheaters) sowie Skatern, Scootern und Bladern live in Wicked Woods performt (17 Uhr), die Striekspöen gemeinsame Sache mit dem Polizeichor machen (20 Uhr in der Thomaskirche), der Grimme-Preisträger, Autor und Journalist Jochen Rausch und Hermann Schulz in der Hebebühne lesen, das TiC auf der Bühne des TalTonTheaters gastiert (20 Uhr) und Oberbürgermeister Andreas Mucke mal wieder Theaterluft schnuppert (18 Uhr im TalTonTheater), dann wird's spannend.

Die Qual der Wahl: Die Riesenauswahl erfordert ein bisschen Vorbereitung. Am besten: Lieblingsveranstaltungen raussuchen, Route planen und sich im Verzicht üben, denn einiges läuft parallel...

Wenn's regnet... ...dann werden einige Programmpunkte definitiv ins Wasser fallen. Zur Open-Air-Bühne vor Utopiastadt gibt es keine Alternative und das Tanztheater wird sicher auch nicht in Gummistiefeln proben.

Wunschkonzert: Wie viele Besucher kommen? Niemand weiß es. Heigermoser: "6.000 würden den Rahmen sprengen, 600 wären enttäuschend. 3.000 wären gut."

Pedale oder Pendelbus: Mit dem KombiTicket (Bestandteil des Tickets) können Besucher kostenlos mit dem öffentlichen Nahverkehr an- und abreisen, sich zwischen den Veranstaltungen bewegen. Zusätzlich gibt es einen Shuttle-Bus (Fahrplan liegt an allen Kassen aus). Am praktischsten bewegt man sich auf der Trasse fort: mit dem Rad.

Karten und mehr: Das komplette Programm gibt's unter . Karten sind für 14, ermäßigt 7 Euro bei wuppertal-live.de oder für 18, ermäßigt 9 Euro an allen Veranstaltungsorten zu haben.

Die Rundschau-Radrunde
 
 
www.velotime.com.ua

www.profvest.com

https://www.profvest.com