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Von der Heydt-Museum
Zwischen Worpswede und Paris

Von der Heydt-Museum: Zwischen Worpswede und Paris
Unser Foto zeigt das Gemälde Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut (1904): Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum Wuppertal. FOTO: Von der Heydt Museum
Wuppertal. Die Beharrlichkeit, mit der die junge Malerin Paula Modersohn-Becker (1876–1907) Anfang des 20. Jahrhunderts in einer fast ausnahmslos männlich dominierten Kunstwelt ihre Ziele verfolgte, fasziniert auch heute noch. Selbstbewusst und selbstgewiss, unabhängig vom Urteil ihrer Lehrer, Malerkollegen und Kritiker gelang es ihr, etwas wirklich Neues in der Malerei zu schaffen.

Ihr in nur wenigen Jahren entstandenes Oeuvre weist sie als Vorläuferin des Expressionismus aus. Das Von der Heydt-Museum zeigt seit dem 9. September die Ausstellung "Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris". Die Ausstellung entstand als Koproduktion mit dem Rijksmuseum Twente in Enschede.

Nach ersten Studienjahren in Berlin suchte die junge Malerin bereits 1898 Anschluss an die gerade berühmt gewordene Künstlerkolonie Worpswede in der Nähe von Bremen. Paula Becker gelang es schnell, mit ihrer ganz individuellen Malerei Beachtung zu finden. Worpswede wurde ihr bald zu eng. So suchte sie nach Inspiration in der berühmtesten Kunstmetropole der Zeit. In der Neujahrsnacht 1900 machte sie sich zum ersten Mal auf nach Paris. Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von nur 31 Jahren folgten drei weitere mehrmonatige Aufenthalte dort. Sie zeichnete im Louvre, traf Rodin und setzte sich mit Cézanne, Gauguin und van Gogh auseinander. In ihrer Malerei konzentrierte sie sich auf Klarheit und Einfachheit des Ausdrucks. Ihren Lieblingsmotiven, Kinder, Alte und einfache Leute, verlieh sie dadurch faszinierende Monumentalität.

Einer, der das Werk Paula Modersohn-Beckers früh schätzen lernte, war August von der Heydt, der 1909 sein erstes Gemälde von ihr erwarb. Heute besitzt das Von der Heydt-Museum mehr als 20 ihrer Gemälde; sie bilden den Grundstock der jetzigen Ausstellung, die deutlich macht, in welchem Zwiespalt die junge Malerin steckte und trotzdem ihren ganz eigenen Weg fand. Ihre eindrucksvollen Porträts, Selbstporträts, Stillleben und Landschaften werden einerseits zusammen mit ausgewählten Gemälden ihrer Malerfreunde – Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Heinrich Vogeler – aus Worpswede gezeigt. Andererseits setzt die Schau ihr Werk in den Kontext der Pariser Avantgarde, vertreten durch Arbeiten von Rodin, Maillol, Cézanne und Gauguin.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 6. Januar, immer von Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, Donnerstags bis 20 Uhr, .

 

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