| 11.35 Uhr

Dürfte wohl nicht reichen

Betr.: Seilbahn

Wenn man die geplante Busverkehr-Ausdünnung für die Südstadt und die schlechtere Erreichbarkeit der Seilbahn-Mittelstation hinter den Uni-Parkhäusern bedenkt, so ist anzunehmen, dass sich die Reisezeiten für die Südstadt durch längere Fußwege zur Seilbahnstation vergrößern werden und sich auch die private Pkw-Nutzung in der Südstadt wegen dieser Verschlechterung der Reisemöglichkeiten insgesamt erhöhen wird.

Beim seit März 2017 vorliegenden offiziellen Gutachten zum gesamtwirtschaftlichen Nutzen der Seilbahn ist im Gegensatz dazu für Reisezeitersparnis und Reduzierung von Fahrten "auf der Straße" insgesamt ein Nutzen von 3,71 Millionen Euro pro Jahr angesetzt. Das ist der Löwenanteil des ausgewiesenen Gesamtnutzen der Seilbahn von 4,81 Millionen Euro pro Jahr. Die damit zu vergleichenden Jahreskosten betragen laut Gutachten 2,68 Millionen Euro. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Gutachtens (Nutzen zu Kosten = 4,81: 2,68 = 1,79) sinkt bei Wegfall der anzuzweifelnden Verkehrs-Ersparnisse von den ausgewiesenen 1,79 auf unter 1,0 – und liegt damit unter dem Grenzwert von 1,1. Gemäß Gutachten muss dieser Wert für eine gesamtwirtschaftlich sinnvolle Ausführung der Seilbahn erreicht oder überschritten werden.

Schließlich weise ich auf das seit Dezember 2016 vorliegende Rechtsgutachten hin, das für die durch Überfahrt betroffenen Grundstücksbesitzer Entschädigungsrechte mit oder ohne Enteignung angibt. Die dafür nötigen Gelder sind in den Gesamtbaukosten nur mit 1,6 Millionen Euro enthalten: Das dürfte wohl nicht reichen – bei der Vielzahl der berührten Grundstücke in der Südstadt.

Deshalb wegen der finanziellen Risiken: Finger weg von der Seilbahn.

Guido Krumbach, Fuhlrottstraße

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
Hinweis: Die in Leserbriefen geäußerte Meinung gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem sinngemäße Kürzungen vor. Anonyme Zuschriften bleiben unberücksichtigt.
Die Rundschau-Radrunde