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Patina am Bronzeklops

Betr.: Döppersberg

Alle Welt – inklusive der städteplanerischen Fachwelt – schaut in den Tagen der ersten Begehung der Geschäftsbrücke am Döppersberg nach Wuppertal: Es mutet wie ein Wunder an: Die B7 pünktlich fertiggestellt, die Baukosten nur um 30 Prozent erhöht (ein Traum für geplagte Stadtkämmerer in Berlin, Hamburg und Stuttgart) – und jetzt auch noch das I-Tüpfelchen, eine dem Tierwohl verpflichtete, wenn auch ästhetisch problematische Geländermauer aus Natursteinen.

Sie bietet mit ihren Lücken wunderbare Ruhe- und Nistplätze für unsere geplagten Stadttauben mitten im Verkehrstrubel. Die Tierschützer sind zufrieden und auch an der Denkmalpflegerfront kehrt endlich Ruhe ein, wenn auch mehr aus Resignation.

Die ganze Aufregung um die Fenster, rechteckig-funktional im Stile der Zeit oder historisch-rundbogig, hat sich auf einen Schlag erledigt: Man sieht die Fenster gar nicht, wenn man die Geschäftsbrücke aufwärts geht. Wenn jetzt auch noch der Bronzeklops Patina ansetzt, kann man von einem gelungenen Gesamtkonzept sprechen.

Wolfgang Diepenthal, Taubenstraße

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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