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Unverständliche Texte

Betr.: Opern-Premiere "Hänsel und Gretel" am 9. Dezember

Die Akteure sangen und spielten hervorragend, aber meiner Meinung nach ist die Musik beziehungsweise das Orchester dazu da, die Sänger zu unterstützen beziehungsweise mit ihnen eine Einheit zu bilden.

Leider mache ich im Opernhaus immer wieder die Erfahrung, dass das Orchester, vermutlich durch die Verstärkung über die Lautsprecheranlage, so laut ist, dass die Stimmen der Sängerinnen und Sänger kaum mehr zu hören und deren Texte unverständlich sind. So auch diesmal, wo geschätzte 80 Prozent der gesungenen Texte nicht mehr zu verstehen waren und diese tollen Stimmen zum großen Teil unter der Musik regelrecht verschwanden.

Da stellt sich mir jedes Mal die Frage, ob das wirklich sein muss und nicht verbessert werden kann. Vielleicht sollte sich der Regisseur bei den Proben im Zuschauerraum aufhalten und unter den gleichen Bedingungen proben, die später bei den Aufführungen herrschen.

Die Umsetzung war meiner Meinung nach recht gelungen, aber das Bühnenbild fand ich sehr surreal. Auf Stellwände projektierte Bilder und Filme, um Wald oder Wände mit Backwaren vorzutäuschen, finde ich weder gelungen, noch ansehnlich. Man hätte statt der Stellwände auch, der Zeit angemessen, einige Tannenbäume auf die Bühne stellen und einiges Backwerk an die Fassade des Hexenhauses hängen können, das wäre verständlicher und realistischer gewesen.

Ich finde, nicht alles muss unbedingt modernisiert oder surrealistisch gestaltet werden, manche Dinge sollte man lassen wie sie sind, weil sie gut sind. Alte Gebäude stellt man unter Denkmalschutz, damit ihre "Originalität" erhalten bleibt. Warum kann man das mit "alten Werken" nicht ebenso machen?

Klaus Döring, Hombüchel

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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