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Kriminalstatistik
40 Prozent weniger Einbrüche im Tal

Kriminalstatistik: 40 Prozent weniger Einbrüche im Tal
Polizeipräsident Markus Röhrl. FOTO: Michael Schad
Wuppertal. Die Polizei registrierte 2017 insgesamt 34.706 Straftaten in Wuppertal. Das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von Nina Bossy

"Wir und die Bürger können zufrieden sein", lautet die Bilanz von Markus Röhrl. Der neue Polizeipräsident stellte am Mittwoch die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vor. Während manche Strafbestände rapide zurückgegangen sind, machte Röhrl auf neue Phänomene, die ins Bergische Land Einzug gehalten haben, aufmerksam.

2016 war in Wuppertal noch das Jahr der Einbrüche. 1217 Mal hatten sich Täter damals Zutritt zu Häusern und Wohnungen verschafft. Mit 723 Einbrüchen im vergangenen Jahr ist diese Zahl um über 40 Prozent gesunken. "Reisende Täter aus Südost-Europa sind, unter anderem wegen verstärkter Grenzkontrollen , nicht gekommen", analysiert Röhrl. Zudem seien die Wuppertaler sensibilisiert, die Türen und Fenster seien oft einbruchssicher gemacht worden. "Und wenn ein Täter binnen zwei Minuten keinen Zugang bekommt, zieht er weiter", erklärt Röhrl die positiven Auswirkungen von Präventionsmaßnahmen auf die Statistik.

Eine positive Wuppertaler Entwicklung trübt allerdings die Statistik. "Wuppertal wird Fahrradstadt", weiß der Leitende Kriminaldirektor Ronald Bäumler. Das hat Konsequenzen: 523 Mal wurden Räder 2017 als gestohlen gemeldet. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um über 33 Prozent.

Einen ebenfalls stadtspezifischen Grund hat der Anstieg der registrierten Rauschgiftdelikte (knapp 14 Prozent). Denn die Bundeszentrale der Post, die alle dubiosen Päckchen mit fragwürdigem Inhalt öffnet, ist in Wuppertal. Und somit schlagen sich bundesweite Bestellungen aus dem wachsenden illegalen Internethandel in der Wuppertaler Statistik nieder.

Während einige Aufgaben im Polizeipräsidium Wuppertal an Bedeutung verlieren, ergibt sich so manches neue Arbeitsfeld. "Senioren werden Opfer von falschen Polizeibeamten am Telefon", erklärt Röhrl die Masche, die derzeit den Enkeltrick abgelöst hat. "Die Betrüger warnen vor einer Einbruchserie und geben vor, vorbei zu kommen, um Schmuck und Bargeld in sichere Verwahrung zu holen."

Dass diese Masche zieht, zeigt ein trauriger Wuppertaler Vorfall: Ein Senior händigte den Betrügern an der Haustür 110.00 Euro Bargeld und Schmuck im Wert von 30.00 Euro aus. Und auch das landesweite Ausschlachten von Autos – insbesondere der Marke BMW – sei im Bergischen Land auffällig. "Wir bitten jeden, der etwas beobachtet, sofort die 110 zu wählen", betont Röhrl. "Wir sind um jeden Hinweis dankbar."