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Beratungsstelle für Suchtkranke
Café Cosa ist wieder auf Herbergssuche

Beratungsstelle für Suchtkranke: Café Cosa ist wieder auf Herbergssuche
Der ersehnte Pavillon. FOTO: hks Architekten
Wuppertal. Der Evangelische Kirchenkreis hat der sozialen Einrichtung für ein Jahr Räume am Kirchplatz zur Verfügung gestellt. Nun verzögert sich der Umzug ins endgültige Domizil am Wupperpark-Ost und die Verantwortlichen suchen eine weitere Übergangslösung. Von Nina Bossy

Die Ansprüche sind klein, die ist Suche dennoch schwer. Innenstadtlage, fußläufig entfernt vom Bahnhof. Es sollte einen großen Raum für den Cafébetrieb geben, zwei weitere Zimmer für Büros und genügend Toiletten. Mietvertrag für ein Jahr, mit der Option auf Verlängerung. Die Träger wenden sich mit einer dringenden Frage an die Wuppertaler Öffentlichkeit: Wer hat in Elberfeld Platz für das Café Cosa?

Diese Frage stellte sich bereits 2017, als das Café und sein meist suchtkrankes Klientel nach zehn Jahren aus dem Köbo-Haus ausziehen musste. Damals galt es ein Jahr zu überbrücken – bis die Bauarbeiten am Wupperpark abgeschlossen sein sollten und das Café in seinen neuen und vor allem endgültigen Standort, einen Pavillon, ziehen kann. Der Evangelische Kirchenkreis brachte der Einrichtung, die im Auftrag des Jobcenters niederschwellig Kontakt mit Suchtkranken und oft SGB-II--Empfängern aufnimmt, am Kirchplatz an der Calvinstraße unter. Die Stadt versicherte damals: Übergangslösung, nur für ein Jahr. "Das haben wir auch den Nachbarn versprochen", erinnert Superintendentin Ilka Federschmidt. "Und mit denen stehen wir im Wort, das wir auch halten werden."

Die Übergangslösung hinter Baucontainern. FOTO: Juegosdechicas

Nun verzögern sich die Baumaßnahmen, im Bunker unter dem Gelände soll eine Eventlocation entstehen, ein weiterer Hauptzugang muss in der Planung ergänzt werden. Mit den Betreibern sei man in einem guten Austausch, betont Garry Kasper als Vorstand des Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe. Und auch der Unterstützung der Stadt ist er sich sicher. "Es gibt zum Glück keine Berührungsängste, wir freuen uns auf eine gute Nachbarschaft."

Nun muss nur noch eine Lösung für 2019 – oder je nach Baufortschritt länger – gefunden werden. Thomas Lenz, Geschäftsführer des Jobcenters betont: "Es sollte uns klar sein: Wenn es kein Café Cosa gibt, werden die Menschen nicht aus dem Stadtbild verschwinden. Im Gegenteil."

Die Zeit am Kirchplatz sei im Übrigen trotz großer Skepsis der anderen Mieter bisher gut gelaufen. Und das trotz erschwerender Hindernisse. Container, die der benachbarten Hotelbaustelle dienen, und eine Brandschutzmauer haben den Bereich vor dem Café unerwartet verengt. Und auch der Innenhof, der als Aufenthaltsort für Raucher angedacht war, darf nicht genutzt werden. Deshalb stehen die Cafébesucher nun auf der Straße und sind somit Teil der Öffentlichkeit. Aber je wärmer die Temperaturen sind und je heterogener die Menschen, desto besser sei die Stimmung auf dem Platz geworden, sagt Klaudia Herring-Prestin, die das Café Cosa leitet.

Und auch die Laufkundschaft habe nicht abgenommen – für sie ein Beweis: Café Cosa geht neben Einzelhandel und Gastronomie. "Wir sind guter Hoffnung, einen Raum zu finden", sagt Gary Kasper. Die Einrichtungsleiterin ist überzeugt: "Und auch unsere Gäste werden mitziehen. Dieses Angebot ist es ihnen wert, eine weitere Übergangslösung anzunehmen."

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