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Helge Lindh bei "extra 3"
Die große Krux mit der Großen Koalition

Als „Der kleine Mann“ stellt Jakob Leube (li.) für „Extra 3“ Politikern provokante Fragen, die den „kleinen Mann von der Straße“ ebenso bewegen. Im Gespräch mit dem Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh traf er ausnahmsweise mal einen Partner auf Augenhöhe ... FOTO: Screenshot
Wuppertal. Alle Welt rätselt, wie es in Berlin nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen weitergeht. Auch der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh wurde dazu in der ARD befragt. Im Rahmen der Satire-Sendung "extra 3"... Von Hendrik Walder

"Damit müssen wir Politiker nun mal leben", sagt Helge Lindh, der auch schon von einem "Heute Show"-Moderatoren "überfallen" wurde. Schweißausbrüche habe er deswegen jedoch keine, wenn solch ein Spaß-Mikrofon auf ihn zukomme. Die Entschuldigung des Moderators, dass er als Wähler ja für die momentanen Probleme mitverantwortlich sei, wollte Lindh jedenfalls nicht annehmen. Da er ja selbst gewählt habe, müsse er das ja für sich auch in Anspruch nehmen. Und die provokante Feststellung, dass die Große Koalition angesichts der Prozentzahlen gar nicht so groß wäre, sei inhaltlich eigentlich gar nicht verkehrt, sagt Lindh. Insgesamt sei das Gespräch einiges länger gewesen, doch hatten andere Antworten offensichtlich nicht den gewünschten Spaßfaktor gehabt.

Aber wie verhält es sich denn nun tatsächlich in Berlin mit den aktuellen Annäherungen zwischen CDU/CSU und SPD? Kommt es zu einer Einigung, und wenn ja, zu welcher? Lindh hält Neuwahlen jedenfalls für den falschen Weg. Und auch von der Großen Koalition hält er erstmal nicht viel. Bleiben Überlegungen zu einer Minderheitsregierung: "Nun gut, da wäre die SPD personell in den Ministerien nicht beteiligt", doch das hält Lindh nicht für allein entscheidend. "Es sollte nicht um taktische Erwägungen nach dem Motto 'Wie kommen wir dabei am besten raus' oder die Verteilung von Posten gehen, sondern um Inhalte."

Daher plädiert er vielmehr für die Erstellung eines Themenkatalogs, der auch die zukünftige Richtung des Landes und der Partei mitbestimmen könne und müsse. Von daher kann er sich auch kooperative Modelle vorstellen, in denen man die CDU oder eine Minderheitsregierung projektgebunden unterstütze.

Und dann gebe es ja auch noch die Möglichkeit einer "Kenia-Koalition" aus CDU, SPD und Grünen ..

Aber, Herr Lindh, soooo klein ist die Große Koalition ja doch noch nicht, dass man die Grünen auch noch braucht ...