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Tarifauseinandersetzung
IGM-Warnstreiks in Wuppertal

Symbolfoto. FOTO: IGM
Wuppertal. Die IG Metall will ihre Warnstreiks am Mittwoch (10. Januar 2018) auch in Wuppertal fortsetzen. In der Tarifauseinandersetzung fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld für zwölf Monate sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden.

"Wer in Schicht oder anderen belastenden Tätigkeiten arbeitet, Kinder betreut oder Angehörige pflegt, soll zudem einen Zuschuss bekommen, um sich die kürzeren Arbeitszeiten leisten zu können", heißt es.

Geplant sind am Mittwoch eine gemeinsame Kundgebung der Wuppertaler Firmen um 10 Uhr  bei Vorwerk Elektro am Blombacher Bach. Um 13.30 Uhr startet ein Demonstrationszug ab MAGNA-Böco (Flieth ) zum Homanndamm. Auf dem Parkplatz am Skatepark beginnt eine Viertelstunde später eine Kundgebung.

Der Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg warnt die IG Metall unterdessen, "die Tarifrunde 2018 mit überzogenen Warnstreiks unnötig anzuheizen". Sie seien würden "angesichts der sensiblen internationalen Wertschöpfungsketten die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit der Unternehmen gefährden", so der Verbandsvorsitzende Frank Preißner.

Die Gewerkschaft vergebe außerdem die Chance, Verhandlungen in einer vernünftigen und sachgerechten Atmosphäre fortzuführen. Warnstreiks machten eine Lösung des Tarifstreits nicht leichter. "Ich erwarte, dass sich die Gewerkschaft am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße bewegt", so Preißner. Der Zeitpunkt der Streiks mache deutlich, dass sie nichts mit dem Verhandlungsstand zu tun hätten, da die IG Metall bereits unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht dazu aufrufe.

Als "wirklichkeitsfremd und diskriminierend" bezeichnet der Verbandsvorsitzende die Forderung der Gewerkschaft nach einem Teillohnausgleich für ausgewählte Beschäftigtengruppen, die ihre Arbeitszeit vorübergehend absenken wollten. Diese Ungleichbehandlung könnte rechtswidrig sein. Deshalb seoen auch Streiks zur Durchsetzung dieser Forderung nicht rechtmäßig. Allerdings wüssten die Metallarbeitgeber, dass die Tarifrunde weder auf der Straße noch vor Gericht zu lösen sei. "Die Metallarbeitgeber sind nach wie vor zu lösungsorientierten Gesprächen bereit", betonte Preißner.

Anders als noch vor Jahren müsse der Flächentarifvertrag den Mitgliedsunternehmen in jeder Tarifrunde aufs Neue beweisen, dass er die beste Alternative für die Regelungen der Arbeitsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei. Der IG Metall müsse bewusst sein, dass ein Paket von überhöhten Entgeltforderungen, kürzeren Arbeitszeiten für alle mit teilweisem Lohnausgleich und der Androhung von 24-Stunden-Streiks keine Werbeveranstaltung für die Tarifbindung sei. "Es kann nicht im Interesse einer auf Ausgleich bedachten Tarifpartnerschaft sein, die Reputation des Flächentarifs zu gefährden", so Preißner.