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Wuppertaler Kinderbuch
"Immer noch Glitzer in den Haaren"

Wuppertaler Kinderbuch: "Immer noch Glitzer in den Haaren"
Die Hände zum Himmel – für den Jubel über den Erfolg des Kinderlexikonprojektes „Von Achtabahn bis Zauberkraft“. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. "Glück ist, wenn ein kleiner Mensch vor dir sitzt, ein Buch aufschlägt und stolz auf eine Doppelseite zeigt mit der Bemerkung: Das hab' ich gemacht! Der Knirps war völlig versunken in den Zauber des fertigen Buches. Während um ihn herum die anderen Kinder johlten und sprangen, von Müttern und Vätern zu dem Projekt beglückwünscht wurden, saß der Knirps da und strahlte zufrieden vor sich hin." Von Stefan Seitz

Was der Wuppertaler Künstler Detlef Bach da so voller Gefühl zusammenfasst, ist das glückliche Ende des Projektes "Von Achtabahn bis Zauberkraft: Was Kinder in Wichlinghausen und Oberbarmen bewegt". Gefördert von der "Sozialen Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen" ist hier über mehrere Wochen ein Stadtteilbuch von Kindern für Kinder entstanden – unter der Leitung eben von Detlef Bach und dem mit ihm seit Jahren freundschaftlich eng verbundenen Wuppertaler Künstler und Theatermacher Andy Dino Iussa.

Gut 50 kleine Wichlinghauser und Oberbarmer waren am Start und haben – unter der Trägerschaft der Vereinigung der Freunde der Stadtbibliothek Wuppertal – ein ganz eigenes und sehr individuelles A-bis-Z-Lexikon hergestellt. Das Buch zeigt, was die Kinder im Quartier bewegt. Welche Träume haben sie? Welche Orte sind ihre Lieblingsplätze? Welche Menschen im Stadtteil spielen für sie eine Rolle? Darüber sind Texte – und vor allem Bilder, Bilder, Bilder – entstanden.

Es steckt voller sprachlich-schriftlicher Kapriolen (etwa "Achtabahn") – und das Künstler-Projektleiter-Duo hat genau diese sympathisch-authentischen Verdrehungen beizubehalten versucht: Ohne die jungen Autoren allerdings der Lächerlichkeit preiszugeben. Wie überhaupt oft Behutsamkeit angesagt war und es nicht nur um überbordende Fröhlichkeit ging. Detlef Bach: "Die Kinder malten sich in vielen Bildern die Seele aus dem Bauch. Das sieht man sofort, wenn man Bilder zu 'lesen' versteht. Was da auf den ersten Blick so verspielt daherkommt, ist eine überbunte Wirklichkeit, die auch vor Schmerz nicht haltmacht. Oder vor der Gesellschaft ..." Einige Kinder nämlich mussten – aus verschiedenen Gründen – anonym bleiben. Detlef Bach weiter: "Das Leben ist nicht immer nur rosarot. Auch so etwas kann in solch einem Projekt mitschwingen."

Sozusagen unter dem Motto „Glücklichsein auf einem Bein“ steht Bezirksbürgermeisterin Christel Simon vor dem Bild, das die Kinder von ihr gemalt haben. FOTO: Bettina Osswald

Bach und Iussa, die schon mehrere ungewöhnliche Generationen-Projekte zusammen realisiert haben, hatten große Freude daran, von den Kindern als "die Künstlichen" bezeichnet zu werden – und haben immer darauf geachtet, den jungen Textschreibern und Bildermalern auf Augenhöhe zu begegnen.

Für Detlef Bach war das Ganze ein, wie er sagt, "glücklich machender Prozess": "Kinder werden so oft in ihrer Phantasie gefesselt, oder aber falsch angeleitet." Und da konnten er und Andy Dino Iussa gegensteuern. Ein Lexikon-Buch als Ziel – das war zuerst sehr abstrakt. Kein Wunder! Was ist denn das? Wie soll das was werden? Ist das nicht nur was für Erwachsene? Macht das denn Spaß? Iussa und Bach erlebten live, wie bei jedem Treffen der bunten Gruppe beim Bildermalen und Führen von Interviews klarer und klarer wurde, wohin die Reise gehen würde.

Detlef Bach: "Und am Ende, wie von Zauberhand, lag das fertige Buch auf dem Tisch. Ich habe das Gefühl, ich habe immer noch Glitzer in den Haaren, wenn ich an diese Zeit zurückdenke."

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