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Bergische Uni
Schauen Sie sich mal Ihre Finger an ...

Bergische Uni: Schauen Sie sich mal Ihre Finger an ...
Direkte Messung der Fingerlängen mittels elektronischer Schieblehre. FOTO: Werner Bönte
Wuppertal. Warum suchen die einen den Wettstreit, während andere Wettbewerbssituationen lieber aus dem Weg gehen, selbst wenn ihnen dadurch einiges entgehen kann? Soziale Normen, Rollenbilder, familiäre Prägungen – die Liste der möglichen Ursachen ist lang. Inwieweit vorgeburtliche biologische Faktoren die menschliche Wettbewerbsneigung beeinflussen, das untersucht ein Forschungsteam der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Wien mittels zweier großer, sehr unterschiedlicher Stichproben.

Als Marker für biologische Einflussfaktoren nutzt das Team das Verhältnis der Länge des Zeigefingers (D2) zur Länge des Ringfingers (D4) der rechten Hand. Dieses bildet sich bereits im Mutterleib und bleibt lebenslang sehr stabil.

Es ist ein vielgenutzter retrospektiver Marker für pränatale Sexualhormone, wobei laut vorliegenden Forschungsergebnissen Menschen mit einem niedrigeren Fingerlängenverhältnis (2D:4D) im Mutterleib stärker männlichen Sexualhormonen ausgesetzt waren als andere Menschen. Die Wettbewerbsneigung misst das Team zum einen durch Beobachtung von Verhalten in einem spielerischen Experiment und zum anderen durch Selbstauskunft mittels psychometrischer Skalen.

"Unsere Hypothese lautete, dass junge Erwachsene, bei denen der Zeigefinger der rechten Hand im Verhältnis zum Ringfinger relativ kurz ist – egal ob Mann oder Frau – eher dazu neigen, sich in Wettbewerbssituationen zu selektieren bzw. Freude am Wettbewerb zu empfinden als andere," erläutert Werner Bönte, Direktor am Jackstädtzentrum für Unternehmertums- und Innovationsforschung an der Bergischen Universität Wuppertal.

Insgesamt umfasst die Analyse die Daten von fast 1100 Personen aus zwei sehr verschiedenen Zielgruppen: 461 Besucherinnen und Besuchern eines Einkaufscenters (221 männliche und 240 weibliche), deren Alter zwischen 16 und 89 Jahren liegt, und 618 Studierende der Bergischen Universität Wuppertal im Alter von bis zu 25 Jahren (272 männliche und 346 weibliche).

Das Forschungsteam konnte zunächst die bereits bekannten Geschlechterunterschiede in beiden Stichproben replizieren: Männer haben tendenziell ein geringeres Fingerlängenverhältnis und sie begeben sich eher in den Wettbewerb als Frauen. Im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen individueller Wettbewerbsneigung und dem Fingerlängenverhältnis 2D:4D der rechten Hand führte die Analyse der erhobenen Daten zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Der Zusammenhang zwischen dem experimentellen Maß der Wettbewerbsneigung und 2D:4D ist für keine der beiden Untersuchungsgruppen statistisch signifikant. Im Gegensatz dazu findet sich in beiden Gruppen ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den psychometrischen Skalen, die Freude am Wettbewerb messen, und dem Fingerlängenverhältnis 2D:4D.

Vivien Procher, Professorin am Jackstädtzentrum für Unternehmertums- und Innovationsforschung, weist darauf hin, dass "dieses Ergebnis auch dann erhalten bleibt, wenn die Einflüsse wichtiger Faktoren, wie Risikoneigung und Selbstvertrauen, berücksichtigt werden."

Dass dieser Zusammenhang insbesondere für junge Erwachsene zu gelten scheint, kann laut Diemo Urbig, ebenfalls Professor am Jackstädtzentrum, auf zwei Gründe zurückzuführen sein: "Einerseits sind in jüngeren Jahren die Niveaus zirkulierender Sexualhormone höher und diese können mit pränatalen Faktoren interagieren. Anderseits kann mit zunehmenden Alter die individuelle Wettbewerbsneigung stärker von Lebenserfahrungen bestimmt werden".

Werner Bönte, Erstautor der Studie, prognostiziert, "dass diese Ergebnisse zwar einer weiteren detaillierten Bewertung bedürfen, sich jedoch schon jetzt andeutet, dass die Verbindung von experimentellen Maßen, psychometrischen Skalen und biologischen Markern in zukünftiger Forschung neue Einblicke in die Facetten individueller Wettbewerbsneigung liefern wird."

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