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Bilanzpressekonferenz
Sparkasse: Wertpapiere im Kommen

Zinsen, Sparqoute, soziale Medien und Frauen in Führungspositionen: Der Vorstand der Wuppertaler Stadtsparkasse mit Gunther Wölfges (Mitte), Axel Jütz (rechts) und Patrick Hahne hat viele Themen vor der Brust. FOTO: Stadtsparkasse
Wuppertal. Zwei von drei Wuppertalern haben ein Konto bei der Sparkasse, drei von vier hiesigen Unternehmen ebenfalls. "Die Verbundenheit mit der Stadt und ihren Bürgern ist uns wichtig", betonte Sparkassenvorstands-Chef Gunther Wölfges bei der Bilanzpressekonferenz. Aber natürlich müssen auch die Zahlen stimmen. Von Hendrik Walder

Bei einer Bilanzsumme von erneut über sieben Milliarden Euro scheint ein Jahresüberschuss von 13,2 Millionen nicht besonders viel zu sein. Aber das täuscht. Schließlich erhöhte die Sparkasse im vergangenen Jahr ihre Eigenkapitalquote auf nunmehr stolze 17,8 Prozent. Zudem zahlte sie wieder ihren "Obolus" an den Stadtkämmerer. Vor allem aber spendete und sponserte sie mit fünf Millionen Euro weit über 1.000 Projekte von gemeinnützigen Vereinen und Institutionen in sozialen, kulturellen und sportlichen Bereichen. "Was wir erwirtschaften, können und wollen wir auch wieder zurückgeben", fasste Vorstand Axel Jütz das Credo der Sparkasse zusammen.

Bei diesen Bemühungen hilft es, dass die Sparquote momentan zumindest ein wenig steigt. "Besonders im Wertpapiersektor verzeichnen wir eine erfreuliche Dynamik", konstatierte Wölfges. Immer mehr Anleger fassen Vertrauen in Investmentfonds. Aber auch Aktien kommen als "Beimischung" zum Zuge, wobei in der Beratung das Risikoprofil der Kunden eine entscheidende Rolle spielt. Strafzinsen werden bei Privatkunden gegenwärtig nicht erhoben, bei Firmeneinlagen über einer Million Euro verlangt die Sparkasse jedoch mittlerweile 0,4 Prozent: "Das ist exakt der Satz, den wir auch an die EZB zu zahlen haben", erläuterte Wölfges.

Dem könnte angesichts der niedrigen Zinsen auch ein boomendes Kreditgeschäft gegenüberstehen. Doch ließen die Neubewilligungen nach dem Rekord im Vorjahr mit vielen vorgezogenen Vertragsabschlüssen um über 300 Millionen auf 843 Millionen Euro nach. Die sind stark getragen vom Wohnungsbau: Immerhin konnten 2017 fast 2.000 Träume von den eigenen vier Wänden erfüllt werden, doch übersteigt in Wuppertal die Nachfrage das Angebot auf dem Wohnimmobilienmarkt deutlich. Und bremst dadurch mögliche Wachstumschancen bei der Baufinanzierung.

Wie angekündigt, wird die Sparkasse 2018 ihre digitalen Angebote ausbauen. Kein Wunder, stieg die Zahl der Kundene in diesem Bereich im abgelaufenen Jahr doch um zwölf Prozent auf 36 Millionen. Schon im Lauf des ersten Quartals will die Sparkasse auch einen WhatsApp-Kanal anbieten – gefolgt von Aktivitäten auf Facebook, Instagram und Twitter.

Die Zahl der 35 Filialen bleibt trotz des anhaltenden Online-Booms bestehen. Bekanntlich will die Sparkasse 2019 sogar zusätzlich eine große Filiale im Köbo-Haus am Schwebebahnhof Döppersberg einrichten. Für diesen Standort soll die Filiale am Kipdorf aufgegeben werden.

Dem Sparkassenvorstand ist klar, dass angesichts der weiter zu erwartenden mäßigen Zinsüberschüsse das Provisionsgeschäft intensiviert werden muss. Mit im Fokus steht auch die Kontrolle der Kosten, die 2017 durch eine IT-Aufrüstung gestiegen sind. Demgegenüber stand jedoch eine Reduzierung des Personals von 1.300 auf 1.260 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sind weiblich – eine Entwicklung, die sich auch bei den Auszubildenden fortsetzt: Zwei Drittel des neuen Jahrgangs sind Frauen.

Zwar ist auch ist der Teilzeitanteil bei den Frauen erheblich, dennoch, so Wölfges, ist man bemüht, ihren Anteil bei den Führungskräften zu erhöhen. Ein wichtiger Schritt dazu ist übrigens soeben erfolgt: Der neue Personalchef ist eine Frau ...