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Dritter Verhandlungstag am Landgericht
Springmann-Prozess: Das sagt der Vater

Der angklagte Enkel mit einem seiner Verteidiger beim Prozessauftakt. FOTO: Holger Battefeld
Wuppertal. Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod des Wuppertaler Unternehmer-Ehepaars Springmann stand am Freitag (13. April 2018) die Aussage des Sohnes im Fokus. Vorgeführt wurde dabei ein Video der Vernehmung des 56-jährigen durch die Ermittlungsrichterin im August 2017.

Der Sohn des ermordeten Ehepaares wird darin ausführlich befragt – über das Verhältnis zu seinen Eltern und seinem gemeinsam mit einem Komplizen der Taten verdächtigten Sohn Benjamin S. Fazit: Die Beziehung zwischen Enno Springmann und seinem Sohn war laut der Aussage offenbar seit Jahren abgekühlt. Dass sich der Sohn 2016 von seiner Ehefrau trennte, habe zudem auch das bis dahin gute Verhältnis zum Angeklagten, dem gemeinsamen Kind, schwer belastet. Benjamin S. sei deshalb seinem Vater gegenüber sogar handgreiflich geworden.

Der Sohn des ermordeten Ehepaares berichtet außerdem davon, dass es zwischen Enno Springmann und seinem Enkel zuletzt erhebliche Spannungen gegeben habe, weil Zweifel an den Studienleistungen des von seinen Großeltern finanziell offenbar großzügig bedachten Benjamin S. gegeben habe. Der Enkel habe davor etwa ein Haus geschenkt bekommen. Die Absicht sei gewesen, alle Immobilien auf ihn zu überschreiben. Dazu kam es aber nicht. Der Vater selbst habe auch die Unterhaltszahlungen an seinen Sohn eingestellt, weil der keine Unterlagen über sein Studium vorlegen konnte.

Zu möglichen Plänen seiner Eltern, ihr Testament zu ändern, konnte der Sohn  keine konkreten Angaben machen. Überlegungen habe es aber gegeben. Es selbst habe sich durch den Besitz von 52 Wohneinheiten in Wuppertal relative wirtschaftliche Unabhängigkeit geschaffen, müsse jetzt loslassen und ein neues Leben beginnen. Dass sein Sohn die Taten begangen habe, glaube er nicht.