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Landgericht Wuppertal
Springmann-Tod: Prozessauftakt

Die Trauerfeier. FOTO: Max Höllwarth
Wuppertal. Am kommenden Freitag (23. März 2018) beginnt vor der 1. Schwurgerichtskammer des Wuppertaler Landgerichts das Strafverfahren gegen zwei Männer. Ihnen wird vorgeworfen, das Wuppertaler Unternehmer-Ehepaar Christa und Enno Springmann ermordet zu haben.

Angeklagt sind der 26 Jahre alte Enkel der Getöteten sowie dessen 45 Jahre alter Geschäftsfreund. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem zweifachen Mord aus Habgier vor.

Laut Anklage soll das vermögende Unternehmerehepaar ihren Enkelsohn jahrelang großzügig finanziell unterstützt haben. Vor der Tat soll er befürchtet haben, dass seine Großeltern diese Unterstützung einstellen und ihn – den bisherigen Haupterben – aus dem Testament streichen werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Enkel vor, gemeinsam mit seinem Geschäftsfreund, der von dem Angeklagten finanziell profitiert haben soll, den Plan gefasst zu haben, seine Großeltern zu töten, sollte es bei einem Treffen mit ihnen zu einem Streit über die finanziellen Dinge kommen.

Das Anwesen des Unternehmer-Ehepaars. FOTO: Claudia Otte

Am 19. März 2017 sollen die Angeklagten demnach zum Anwesen der Großeltern in Wuppertal-Ronsdorf gefahren sein. Zunächst habe sich der Enkel alleine mit seinen Großeltern in deren Haus getroffen, so die Anklage. Dort sei es dann zu dem erwarteten Streit mit seinem Großvater gekommen. Der Geschäftspartner soll währenddessen unbemerkt in das Haus gelangt sein.

Dann sollen einer oder beide Angeklagten dem 91-jährigen Enno Springmann in dessen Schlafzimmer einen schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihn anschließend erdrosselt haben. Anschließend sollen einer oder beide Angeklagte in das im oberen Stock gelegene Arbeitszimmer der Großmutter gegangen sein und dort der 88-jährigen Christa Springmann zunächst schwerste Kopfverletzungen zugefügt und sie anschließend mit einem Schal erdrosselt haben. Um die Tat wie einen Einbruch aussehen zu lassen, hätten die Angeklagten anschließend das Wohnzimmer durchwühlt und unter anderem eine Vitrine zerstört.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten zweifachen Mord vor. Sie sollen die Großeltern aus Habgier getötet haben. Christa Springmann sollen sie zudem heimtückisch, und um eine andere Straftat zu verdecken, getötet haben. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Kammer hat 34 weitere Hauptverhandlungstermine bis Anfang September 2018 bestimmt.