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Die Idylle braucht etwas Anlauf …

Die Idylle braucht etwas Anlauf …
Rundschau-Redaktionsleiter Hendrik Walder war etwas besorgt: Es gibt keine exakte Karte für diese Etappe – doch die roten Fahrradschilder weisen stets klar den Weg. FOTO: Max Höllwarth
Wuppertal. Startpunkt Lennep Bahnhof: Die lauschige Balkan-Trasse in meinem Rücken suche ich jetzt erst mal den Lückenschluss zur Nordbahn-Trasse. Von Hendrik Walder

Die Beschilderung ist jedenfalls sehr ordentlich. Am Bahnhof zeigt der rote Pfeil nach rechts in die Gartenstraße, an deren Ende geht es links die Lüttringhauser Straße hinauf. Dieses Teilstück ist nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig, immerhin bietet die Allee entlang des Gartencenters Kremer einen grünen Lichtblick, bevor es nun links in die Bundesstraße 51 geht. Obacht: Am Bonsai-Center mit faszinierenden Kleingewächsen führt die Strecke scharf rechts ab ins nun wieder beschauliche Obergarschagen.

Links grüßt ein ehemaliger Wasserturm, der heute bewohnt wird. Nun führen die roten Schilder über die Eisenbahn, anschließend durch ein Wohngebiet in die Beyenburger Straße, von dort links in die Herbringhauser Straße. Nach einer kurzen Schussfahrt heißt es links ab und wieder ordentlich in die Pedalen treten, um hinter der Autobahn-Überquerung das Diro-Stahl-Firmengelände radelnd zu "besichtigen".

Hinter dem folgenden Autobahntunnel öffnet sich plötzlich ein Paradies: Das Marscheider Bachtal bietet Idylle pur, mit grasenden Pferden und Kühen, Vogelgezwitscher, Bachplätschern, kleinen Waldstücken und ganz vereinzelten Gehöften - so geht es kilometerlang immer leicht bergab. Auch in Gegenrichtung hat dieser Teil seinen ganz besonderen Reiz, und weil es dann bergauf geht, hat man sogar länger etwas davon. Früher gab es hier auch mal ein Wildschwein-Gehege, aktuell erobern diese Tiere auch ohne Schutz mehr Lebensraum als einem lieb sein kann.

In Laaken münden Bach und Weg ins Tal der Wupper, an der es nun ein Stück weit entlang geht. Hier erweitert Vorwerk seine Fertigung, um der weltweiten Nachfrage nach dem Thermomix Herr zu werden. Auch an der Lenneper Straße führt die Strecke die Wupper entlang, auf der anderen Wupperseite investiert 3M in das erst kürzlich erworbene, ehemalige Bemberg-Firmengelände. Es lohnt sich, der Lenneper Straße an der Kreuzung weiter zu folgen bis zur alten Heckinghauser Zollbrücke. Deren  Kopfsteinpflaster ist zwar immer noch so holprig wie zu Zeiten, als die Fuhrwerke mit Garn, Eisenwaren oder Kohle darüber ruckelten - dafür braucht man aber für die Überfahrt heute nicht mehr zu bezahlen.

Im Rauental halte ich mich immer links und komme über die Waldeckstraße und die geschwungene Fußgängerbrücke zur Schwebebahn-Endstation. Am Westende des Berliner Platzes leitet der rote Pfeil nun in die Langobardenstraße, wo mich auf dem Kopf die Skater-Halle "Wicked Woods" erwartet, eine der Leuchttürme der Nordbahn-Trasse.

Insgesamt ist diese Etappe eine Strecke mit Höhen und Tiefen -  und das ist nicht nur geographisch gemeint. Doch mit dem geplanten Ausbau der Schwarzbachtrasse lockt hier schon bald eine deutliche Aufwertung auch dieses Teilstücks.

Die Rundschau-Radrunde
 
 
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