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Fußball-Oberliga
FSV und CSC mit späten Toren

Cronenbergs Trainer Peter Radojewski. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Beiden Wuppertaler Fußball-Oberligisten gelang am Sonntagnachmittag (15. April 2018) in den letzten Minuten jeweils der Ausgleich. Vohwinkel holte beim 1:1 (0:1) gegen Speldorf nach einer turbulenten Woche den ersten Punkt des Jahres, Cronenberg hält die Hoffnung durch ein 1:1 bei Hiesfeld aufrecht. Von Julian Schumacher

FSV Vohwinkel - VfB Speldorf 1:1 (0:1)
Marvin Schneider, 25 Jahre jung, ist plötzlich verantwortlich für die erste Mannschaft des FSV Vohwinkel. Nachdem Marc Bach um Vertragsauflösung zum Saisonende gebeten hatte, wurde er unter der Woche mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Schneider soll gemeinsam mit Torwart-Trainer Sebastian Hendricks in die Bresche springen.

"Nach den letzten Tagen war es für alle nicht so leicht. Wir haben vor allem den Fokus darauf gelegt, dass die Mannschaft als Einheit auftreten soll. Ich denke, das ist gelungen", so Schneider, der beobachten konnte, wie seine Jungs von Beginn an gut dagegen hielten. Doch wie so oft in den letzten Wochen ging die Ordnung kurz vor der Pause einmal verloren und Pierre Nowitzki konnte eine Flanke mit viel zu viel Platz verwerten (42.). Danach hingen die Köpfe bei den Spielern des FSV.

Dennoch gelang es. das Spiel offen zu halten - auch dank Schlussmann Asterios Karagiannis. Zunächst blieben die Chancen zum Ausgleich ungenutzt, in der 90. Minute legte Toni Zupo aber herrlich für Frederic Lühr auf, der sich den Last-Minute-Ausgleich nicht entgehen ließ.

"Für die Tabelle ist dieser Punkt zu wenig, keine Frage. Dennoch ist dieser Zähler wichtig für die Moral", bilanzierte Schneider. Kein Wunder, schließlich ist es nach zehn Niederlagen in Folge der erste Punkt in diesem Kalenderjahr. Der Abstand auf die Nichabstiegsplätze beträgt zwar "nur noch" zehn Punkte, realistisch betrachtet ist dies aber dennoch zu viel für die verbleibenden sechs Partien.

TV Jahn Hiesfeld - Cronenberger SC 1:1 (0:0)
Dem CSC hilft der Punkt, den Marvin Mühlhause seiner Mannschaft durch einen "Strich" aus 20 Metern nach 90 Minuten bescherte, durchaus. Zu sehen war das auch an der Jubeltraube der Spieler, die sich im Anschluss an Mühlhauses Ausgleichstreffer allesamt auf ihn warfen und den Torschützen unter sich begruben.

Zu Beginn waren die Cronenberger wie so oft eher defensiv ausgerichtet und standen tief. So gelang es lange Zeit die Null zu halten. Die eigenen Möglichkeiten blieben aber gleichzeitig auch ungenutzt. Die beste Chance vergab Hashim Mohammed kurz vor dem Seitenwechsel. Nach einer guten Stunde gelang es nicht den Ball zu klären und durch eine Verkettung unglücklicher Aktionen landete der Ball bei Dalibor Gataric, der die Hausherren in Führung brachte (66.). Nur eine Minute später schien das Spiel quasi entschieden: Biniamu-Hervé Diankanu ließ sich zu einem Tritt in die Hacken eines Gegenspielers hinreißen und sah folgerichtig die rote Karte.

Die dezimierten Gäste stellten um und gingen ins Risiko. Dies wurde dank Mühlhauses Sonntagsschuss belohnt. "Die Mannschaft hat erneute bewiesen, dass sie sich nicht aufgegeben hat und noch alles möglich ist", nahm CSC-Trainer Peter Radojewski bereitwillig Glückwünsche zum Punktgewinn entgegen.

Den Wermutstropfen des Tages ließ er dabei nicht unerwähnt: "Dass Biniamu sich provozieren lässt, wird natürlich angesichts der bevorstehenden Sperre auch die nächsten Wochen noch schmerzen." Angesichts dessen, dass der VfB Hilden (0:3 gegen SC West) und TuRU Düsseldorf verloren, beträgt der Abstand zum rettenden Ufer bei einem Spiel weniger noch sechs beziehungsweise sieben Punkte.