Fußball-Regionalliga: 1:1 (0:0) gegen Oberhausen: Kramer rettet WSV den verdienten Punkt

Fußball-Regionalliga: 1:1 (0:0) gegen Oberhausen : Kramer rettet WSV den verdienten Punkt

Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV hat sich im Heimspiel am Samstagnachmittag (30. September 2017) gegen den Tabellenzweiten Rot-Weiß Oberhausen 1:1 (0:0) unentschieden getrennt. Den Ausgleich erzielte Christopher Kramer.

Bei Dauerregen kamen 2.330 Zuschauer ins Stadion am Zoo.

Trainer Stefan Vollmerhausen musste auf die verletzten Kevin Hagemann und Silvio Pagano verzichten. Für sie kamen Davide Leikauf und Enzo Wirtz ins Team. Mit Noah Gulden saß ein A-Jugendlicher auf der Bank. Der ehemalige RWO-Spieler Raphael Steinmetz, der sich unter der Woche in einem Interview kritisch geäußert hatte, war nicht im Kader. Der Gast bot mit Robert Fleßers und Felix Haas zwei ehemalige Wuppertaler auf.

Die Anfangsphase gehörte den Rot-Blauen, die zunächst die Initiative übernahmen. Immer wieder segelten Flanken in den Oberhausener Strafraum, richtig gefährlich wurde es allerdings nicht. Erst nach gut 20 Minuten starteten auch die "Kleeblätter" erste Offensivversuche. Fortan verlief die Partie ausgeglichener. Beide Teams erarbeiteten sich immer wieder Ansätze und Halbchancen, eng wurde es aber höchstens bei Freistößen in Strafraumnähe. Die Abwehrreihen leisteten ganze Arbeit. Kurz vor der Pause köpfte Tristan Duschke nach einer Ecke über den Querbalken (45.). Torlos ging es in die Kabinen.

Unmittelbar nach dem Wechsel dann aber doch eine gute Möglichkeit. Christopher Kramer tauchte plötzlich im Fünfer vor RWO-Keeper Robin Udegbe auf, konnte die Chance aber nicht verwerten (48.). Drei Minuten später scheiterte Kramer am zweiten Pfosten. Ausgerechnet in die Drangphase fiel die Führung der Gäste: Nach einer Aktion von Kevin Pytlik gab es Elfer, Maik Odenthal verwandelte - 0:1 (54.). Erneut war es kurz darauf Kramer, der auf dem schwierigen Geläuf den Ball nicht im Kasten unterbrachte (57), gefolgt von einem Beinahe-Eigentor der Oberhausener (58.).

Nach 63 Minuten wechselte Vollmerhausen doppelt: Dennis Dowidat und Yassine Khadraoui ersetzen André Mandt und Kevin Pytlik. Im Gegensatz zur Partie gegen Rödinghausen (0:4), als der WSV auch bis zum ersten Gegentreffer ebenfalls das bessere Team war, kam er diesmal aber zurück. Nach einer Hereingabe von Niklas Heidemann setzte Dowidat Kramer in Szene, der aus sieben Metern einnetzte - das verdiente 1:1 (65.). Es war sein fünfter Saisontreffer. Heidemanns Schuss aus spitzem Winkel wurde von Udegbe pariert (68.).

Der WSV wollte mehr, aber Oberhausen setzte ein Ausrufezeichen: Eine Kopfball-Bogenlampe von Patrick Schikowski senkte sich hinter WSV-Torwart Sebastian Wickl gefährlich auf die Latte. Nach 82 Minuten kam Daniel Grebe für Leikauf. Die Schlussphase gehörte dem Team aus dem Ruhrgebiet. Sie hätten, gemessen an der gesamten Partie, einen Dreier allerdings nicht verdient gehabt. Und so blieb es beim Remis.

Stefan Vollmerhausen (Wuppertaler SV): "Grundsätzlich möchte ich nicht über die Ausfälle sprechen, sondern meiner Mannschaft nach der verdienten und schweren Niederlage in Aachen ein Kompliment machen: Keine Mannschaft wollte zu viel Ballbesitz haben, um nicht in Umschaltaktionen zu geraten. Nach der Pause haben wir ein ähnliches Spiel wie gegen Rödinghausen gesehen, wo wir dem 1:0 sehr nahe waren. Da passiert dann das Missgeschick mit dem Elfmeter. Ein Stück weit kann man da von einer Entwicklung sprechen, dass wir die Ordnung behalten haben und verdientermaßen den Ausgleich gemacht haben. Das alles hat Kraft gekostet. Das hat man am Ende auch gemerkt. Dass die Mannschaft in der Lage ist umzustellen, zeigt dass wir auf einem guten Weg sind. Wir können zufrieden sein mit der Ausbeute. Wir wollen jetzt gegen Erndtebrück und Fortuna wieder dreifach punkten."

Mike Terranova (RW Oberhausen): "Wir sind froh, dass wir etwas mitgenommen haben. Zuletzt haben wir hier drei Punkte geholt, als ich noch Spieler war. Gerade, dass Hagemann gefehlt hat, hat man gemerkt. Aber wir hatten auch personelle Probleme. Wir haben ein Spiel gesehen, wo beide abwarten. Der Boden hier ist nicht der Beste. Wir sind dann durch den Elfer in Führung gegangen und ich dachte das bringt uns Sicherheit. Danach hat der WSV eine Drangphase und wir haben um das Gegentor gebettelt. Nach dem Ausgleich ging es hin und her, wobei wir nochmal einige Chancen hatten. Wir hätten gerne drei Punkte mitgenommen, aber das ist okay."

Angesprochen auf die Nicht-Berücksichtigung von Raphael Steimetz, sagte Stefan Vollmerhausen: "Grundsätzlich ist es so, dass ich mit Rapha alles andere als zufrieden bin. Wir haben ihm Hilfestellungen gegeben. Die hat er nicht so angenommen, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich mag ihn trotzdem sehr. Ich gebe ihn nicht auf. Er wird weiter die Möglichkeit bekommen, die Rückstände aufzuholen. Davon abgesehen gibt es Abläufe, die es zu beachten gilt. Dazu zählt nicht unbedingt der Inhalt eines Interviews, aber es wurde als Ganzes nicht abgesegnet. Er wurde deswegen von der sportlichen Leitung für heute suspendiert. Wir haben bestimmte Werte, von denen rücken wir nicht ab."

Daraufhin schnappte sich Mike Terranova noch einmal das Mikrofon und fügte an: "Wenn ich dazu auch noch einmal etwas sagen darf: Der Rapha ist da in eine Falle getappt. Nur damit die Leute Bescheid wissen. Das ist einfach doof gelaufen. Er wird euch weiter helfen. Ich glaube, ich kenne keinen in der Liga, der einen besseren Abschluss hat."

Schmunzelnd hatte schließlich Vollmerhausen das letzte Wort: "Ich finde es toll, dass er ihn in Schutz nimmt. Es ging nicht um den Inhalt, wie gesagt. Sondern weil wir auch Erfahrungen mit bestimmten Medien haben und Interviews deswegen abgesegnet werden müssen. Wir schütten jetzt aber keine Asche über ihn. Ich mag ihn menschlich sehr."

Die nächste Partie bestreitet der WSV am kommenden Samstag (7. Oktober) um 14 Uhr beim TuS Erndtebrück. Es folgen das Pokal-Achtelfinale beim Oberligisten VfB HIlden (11. Oktober, 19.30 Uhr) sowie das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf II (18. Oktober, 14 Uhr).

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