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Volleyball-Bundesliga
Volleys: Es geht um die "Moneytime"

Johan Isacsson ist Trainer der Bergischen Volleys und der schwedischen Nationalmannschaft in Personalunion. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal / Solingen. Der Volleyball-Bundesligist Bergische Volleys tritt am Samstag (19 Uhr) in der Bayer-Halle an der Rutenbeck gegen die Berlin Recycling Volleys an. Ein Interview mit Manager Helmut Weissenbach und Trainer Johan Isacsson. Von Jörn Koldehoff

Rundschau: Wie optimistisch gehen Sie mit den Volleys ins neue Jahr?

Weissenbach: Ich vertraue auf die geduldige Arbeit und der Einschätzung unseres Trainers Johan Isacsson. Natürlich wäre der Optimismus größer, wenn wir uns in einigen Spielen belohnt hätten.

Rundschau: Woran lag es aus Ihrer Sicht, dass alle neun Partien der laufenden Saison verloren gingen?

Weissenbach: Wir haben es gegen die Netzhoppers, Bühl, Rottenburg und Herrsching versäumt, trotz langer Dominanz in den Sätzen mit der notwendigen Entschlossenheit die Zähler einzufahren. Gerade die erfahrenen Spieler müssen in der heißen Phase einen kühlen Kopf bewahren. Für fast alle Spieler ist die Bundesliga Neuland. Ich denke einige unserer Jungs waren sichtlich überrascht, dass man auswärts auch gegen eine starke Kulisse spielt.

Isacsson: Es herrscht in Deutschland ein sehr guter und harter Wettbewerb mit vielen guten Teams und Spielern. Die Volleyball-Bundesliga ist einer der besten Wettbewerbe in Europa. Wir sind sehr schlecht in die Saison gestartet, aber haben im letzten Monat eine Menge verbessert und waren nahe daran, gegen Rottenburg, Bühl und in Herrsching zu gewinnen. Wir haben gegen Friedrichshafen ein wirklich gutes Spiel geliefert, aber eben ohne Punkte. Wir müssen lernen, wie man ein Spiel gewinnt und im eigenen Sinne beendet.

Rundschau: Was hat Sie gefreut, was enttäuscht?

Weissenbach: Ich freue mich, dass wir dieses Jahr in einer Volleyball-Bundesliga spielen, die an Qualität auf und neben dem Spielfeld zulegt. Schön war auch das Zusammentreffen unserer Jungs mit der Pina-Bausch-Gesamtschule. Unerfreulich war unser erstes Heimspiel in Wuppertal gegen die Alpen Volleys. Da haben wir kopflos agiert und schlechte Werbung für den Sport betrieben. Das Spiel gegen den Rekordmeister VfB Friedrichshafen hat gezeigt, dass es auch ohne die Brechstange und mit Raffinesse gehen kann. Ich hasse es zu verlieren und stand mit dem Team neun Jahre immer auf dem Treppchen. In den letzten zwei Jahren musste ich das Verlieren lernen. Eine große Enttäuschung war der personelle Aderlass im Management kurz vor Saisonstart durch das krankheitsbedingte Ausscheiden von Daniel Mey. Es hat die Mission Bergische Volleys schon deutlich erschwert. Meine Arbeitstage sind nicht kürzer geworden.

Rundschau: Welche Stellschrauben müssen verändert werden?

Isacsson: Ich glaube an den Turnaround. Die Werte in der Annahme und beim Serve sind besser, seit Ossi Rumpunen bei uns ist. Die Spieler trainieren und spielen, um die Saison in einer guten Art und Weise zu beenden. Das kann man in den Einheiten nach der Weihnachtspause sehen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, zwei Stunden lang fokussiert zu bleiben und eine besondere Haltung zu haben am Ende der Sätze, wenn "Moneytime" ist. An diesen Schlüsselpunkten arbeiten wir hart.

Rundschau: Gibt es ein neues Saisonziel?

Weissenbach: Das Ziel sollte es sein, als Mannschaft kaltschnäuziger zu agieren. Den sportlichen Abstieg zu vermeiden sollte die höchste Priorität haben.

Rundschau: Wo sehen Sie das Projekt "Bergische Volleys"?

Weissenbach: Wir haben viel in der Etablierung einer Infrastruktur erreicht. Alle Spieler wohnen im Umfeld der Spielstätten. Wir trainieren unter sehr guten Bedingungen. Die mediale Präsenz im Bergischen Land ist prima. Mittelfristig müssen wir aber unsere Ambitionen in der Standortentwicklung durch eine Erweiterung des Managements noch mehr vorantreiben. Mit einer früheren Planung müssen wir noch mehr die Marke "Bergische Volleys" in den Mittelpunkt rücken und den Spieltag als Event veredeln. Grundsätzlich sind Ziele nur erreichbar, wenn wir unsere Investoren und Fans durch gute Leistungen begeistern. Da sind wir als Team gefordert.