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Aktion in Langerfeld
Integration im Baumhaus

Aktion in Langerfeld: Integration im Baumhaus
600 Kilogramm wogen die Querbalken, 1.500 Kilogramm konnte die Seilkonstruktion tragen. Das Baumhaus war ein großartiges Gemeinschaftswerk der Jugendlichen, das leider zum Abschluss wieder abgebaut werden musste. FOTO: Conrads
Wuppertal. Es gibt viele sinnvolle Initiativen, in denen Integration live erlebt werden kann. Ein wunderschönes Beispiel war das "Baumhauscamp" der Flüchtlingsinitiative "KOMM". Von Klaus-Günther Conrads

Anfang September bauten 28 Geflüchtete zusammen mit deutschen Jugendlichen im Park des CVJM Langerfeld auf dem Hedtberg ein Baumhaus. "Neben den starken erlebnispädagogischen Elementen wurde in täglichen Einheiten am Morgen über die Grundwerte unseres Landes diskutiert", berichtet die begeisterte Projektleiterin Dorothee van den Borre. Für das Thema Demokratie konnte Oberbürgermeister Andreas Mucke gewonnen werden, der nicht nur die Schirmherrschaft übernahm, sondern auch selbst Hand ans Holz legte.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre haben über 2.000 Asylbewerber im Wuppertaler Osten kurz-, mittel- oder langfristig ein Zuhause gefunden. Um sich der Herausforderung einer guten Integration zu stellen, haben CVJM und evangelische Kirchengemeinde Heckinghausen ihre Kräfte gebündelt. Daraus sind Projekte entstanden, die dazu beitragen, dass Asylbewerber nicht nur eine Willkommenskultur erleben, sondern auch praktische Hilfe erhalten. Immer wieder wünschen sich die jungen Geflüchteten vergeblich Kontakte zu jungen Ortsansässigen.

Van den Borre: "Sie wollen Angebote mit deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen anstelle von Angeboten für sie. Dazu passt die freudige Aussage ,Ich bin hier kein Geflüchteter, sondern Mitglied im Team, in dem alle gebraucht werden und wichtig sind.' Doch diese Angebote für 13- bis 23-jährige Mädchen und Jungen sind rar."

Das rund 30 Quadratmeter große Baumhauscamp, zu dem der CVJM kostenlos sein Gelände zur Verfügung stellte, war ein handlungsorientiertes Projekt, in dem alle Beteiligten gefördert und gefordert wurden. In fünf Tagen wurde ein bewohnbares Baumhaus, das Platz zum Schlafen (ohne Mädchen), Kochen (deutsche und arabische Mädchen und Mütter) und gemeinsamen Leben bot. Gefragt waren Klettern, Knotentechnik, nagel- und schraubenlose Verbindungen und Sicherheitskenntnisse. Die Regie lag in Händen des Teams um den Erlebnispädagogen Nick Nöckel.

Das gelegentlich von Regen begleitete tägliche Bauprogramm wurde um einen Schulungsteil, der die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Demokratie und Konfliktbewältigung, ergänzt. Der anschließenden Entspannung diente eine Rocknacht im CVJM-Haus. Wehmütig mussten die Akteure das Baumhaus wieder abbauen, weil für eine Dauernutzung andere Vorschriften gelten.

Das Baumhauscamp wird jedoch nicht als Schlusspunkt betrachtet, sondern als Auftakt für ein gelungenes Miteinander. Dorothee van den Borre: "Das Gemeinschaftsgefühl wird in verschiedenen Angeboten weiter gepflegt. Die Teilnehmenden der ersten Aktion sollen Verantwortung für die nächste Generation übernehmen und das Programm mitgestalten."

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