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Nordstadt
Stadtteilservice als Vorbild

Nordstadt: Stadtteilservice als Vorbild
Karin Hoeltz vermittelte Vera Antonova und Dolmetscherin Marina Khalidova Einblicke (v.l.) an den Stadtteilservice Marienstraße. Das große Thema war die Hilfe durch Ehrenamtliche. FOTO: privat
Wuppertal. Vera Antonova hilft Aids-infizierten Frauen und Kindern in der russischen Kleinstadt Suchoj Log in der Nähe von Ekaterinburg. Nun kam sie nach Wuppertal, um neue Ideen für ihr Projekt zu sammeln. Von Manfred Bube

Während Aids in den westlichen Nationen dank guter medizinischer Versorgung und effizienter Prävention an Schrecken verloren hat, blüht die Krankheit in Russland regelrecht auf: Nirgendwo auf der Welt steigt die Zahl der Betroffenen so schnell wie dort. Weil das Thema tabuisiert, totgeschwiegen, unter den Teppich gekehrt wird. "Zwar gibt es für HIV-Infizierte Medikamente vom Staat, aber da die Krankheit als Begleiterscheinung von Drogensucht gesehen und als Charakterschwäche ausgelegt wird, verzichten viele auf das Angebot" berichtet Fachärztin Karin Hoeltz vom Wuppertaler Gesundheitsamt.

Auf einer Reise mit dem Freundeskreis Wuppertal-Ekaterinburg konnte sie sich 2011 vor Ort davon überzeugen, in welch trostloser Situation Infizierte oft leben. Dort lernte sie auch Sozialarbeiterin Vera Antonova kennen, die in der Kleinstadt Suchoj Log, östlich von Ekaterinburg, hart dafür arbeitet, die Not der Kranken, vor allem von infizierten Müttern und Kindern, zu lindern.

Mit Unterstützung von der Wuppertaler Diakonie, des Caritasverbandes sowie der Juegosdechicas hat sie das Projekt UMKA ins Leben gerufen, bei dem sie mit weiteren Ehrenamtlichen neben Beratung und Präventionsarbeit 100 Frauen und 50 Jungen und Mädchen eine Perspektive bietet, mit ihrer Erkrankung zu leben. Etwa in einer Nähstube, wo die Arbeit hilft, die Existenz zu sichern.

Gemeinsam mit der Dolmetscherin Marina Khalidova stattete Vera Antonova jetzt Wuppertal einen Gegenbesuch ab. Hier wollte sie sich informieren, wie die medizinische und soziale Betreuung von Betroffenen funktioniert. "Zum Thema Stabilisierung der Lebenssituation ist mir spontan der Stadtteilservice der Arbeiterwohlfahrt in der Marienstraße eingefallen. Also habe ich kurzerhand Leiterin Silke Costa angerufen und die hat sofort zugesagt, Vera Antonova über Ziele und Inhalte der Arbeit zu informieren", schildert Karin Hoeltz den Beginn eines wachsenden Netzwerks. Es entstand ein ausführliches wie interessantes Gespräch. "So sehr die Lebenswelten sich auch unterscheiden mögen, die psychischen Belastungen verbinden. Keine geregelte Tagesstruktur, finanzielle Probleme, gegen Null tendierendes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, ein schlechtes Gewissen, weil man sich die Schuld für die Situation gibt, das ist schwer zu ertragen", nennt Costa die Parallelen.

"Hier bekommen allein stehende Senioren, Menschen mit psychischen und körperlichen Handicaps Unterstützung von Vereinen, Verbänden und Institutionen." Engagement, das Vera Antonova aufhorchen ließ. "Soweit ich weiß, gibt es dafür neben der staatlichen Unterstützung für Arbeitslose nur wenig Geld. Und trotzdem machen die das?", so die Russin. "Ja, weil es ihnen etwas Unbezahlbares gibt: Würde, Anerkennung und den Stolz, etwas für die Gesellschaft getan zu haben", erklärte Silke Costa.

Die Essenz des Dialogs für Vera Antonova gibt die Dolmetscherin so wieder: "Dank dieser Anregungen werde ich jetzt versuchen, so ein Projekt auf ehrenamtlicher Basis für unsere Leute an den Start zu bringen."

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