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Rott/Sedansberg
„Rau-Plätze“ wollte er keine

Rott/Sedansberg: „Rau-Plätze“ wollte er keine
Schulleiterin Claudia Hoppius und Oberbürgermeister Andreas Mucke bei der Einweihung des Erinnerungsfotos für Johannes Rau an der Schützenstraße. FOTO: Macheroux
Wuppertal. Für den Schüler Johannes Rau war es ein kurzer Schulweg vom Elternhaus in der Riescheider Straße bis zur ehemaligen Volksschule Schützenstraße. Jetzt erinnert ein Foto-Porträt am Schulgebäude an ihn. Von Joachim Macheroux

Über die ersten Jahre der Schulzeit des späteren NRW-Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten ist in den Schularchiven der heutigen Grundschule so gut wie nichts bekannt. Vor einem Jahr entdeckte Schulsozialarbeiterin Kathrin Klingenbiel auf einem Foto des Schuljahres 1939/40 den kleinen Schüler Johannes Rau.

Nach Gesprächen mit Schulleiterin Claudia Hoppius und Schuldezernent Stefan Kühn erinnert nun eine Gedenktafel mit einem Fotoporträt am Schuleingang an den bekanntesten Schüler der heutigen Grundschule, deren Schulgebäude bereits 1837 errichtetet wurde. Zeitzeugen über die ersten vier Schuljahre des erfolgreichen Politikers konnte die Schulleitung nicht mehr ermitteln.

 Bekannt ist, dass Johannes Rau von der Volksschule Schützenstraße 1942 auf das Elberfelder Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium wechselte, danach zum viele Jahrzehnte später nach ihm selbst benannten Gymnasium Siegesstraße in Unterbarmen, das er in der Obertertia (heutige Klasse 9) verließ, um eine Lehre in einem Buchverlag auf dem Rott, dem heutigen Peter-Hammer-Verlag, zu absolvieren.

Oberbürgermeister Andreas Mucke erinnert sich daran, dass er 16 Jahre alt war, als Johannes Rau sein (nur) einjähriges Amt als Wuppertaler Oberbürgermeister antrat. "Johannes Rau sagte, dies wäre sein schönstes Amt gewesen, weil er so nah bei den Menschen gewesen sei. Dem kann ich mich nur anschließen", so Mucke.

Schulleiterin Claudia Hoppius überbrachte die Grüße der Gattin Christina Rau, die bestätigte, dass ihr Mann keinen Wert darauf gelegt hat, dass Plätze nach ihm benannt werden. "Er hat vielmehr gewollt, dass die Menschen darüber nachdenken, was die Gesellschaft zusammenhält."

Rau wurde 1958 mit nur 28 Jahren in Barmen als jüngstes Mitglied in den Landtag gewählt, stieg zum Wissenschaftsminister auf – und war 20 Jahre lang NRW-Ministerpräsident. 1999 wurde er Bundespräsident.

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