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Was ist an Wuppertal top, Selly Wane?

Top Magazin: Was ist an Wuppertal top, Selly Wane?
Selly Wane kommt aus dem Senegal, ist Designerin, Luisenstraßen-Gastronomin und Trägerin des diesjährigen Streitkultur-Preises „Seid euch nicht so sicher“. FOTO: Jens Grossmann
Wuppertal. Wuppertal? Definitiv die Liebe auf den zweiten Blick! Wie oft nur habe ich als Neuankömmling über diese leblose Stadt, den ständigen Regen, die unfreundliche Ausländerbehörde geschimpft. Es verging keine Woche, in der ich mich nicht nach schöneren Ufern umschaute. Erträglich machte es nur die kleine Gruppe von Freunden und Familie, die aber nach und nach wegzog …

Nie hätte ich mir vorstellen können, in dieser Stadt zu bleiben. Zum Glück kam es anders: Durch einen Umzug vom Berg in die Nordstadt entstanden neue Freundschaften, Kontakte zu Initiativen und damit einhergehend die Möglichkeit, sich zu engagieren: welch‘ schöne Erinnerungen an die "Sinnphonie"-Ausstellung in der heutigen Utopiastadt, ans Afrika-Festival auf dem Laurentiusplatz, an den "Swane"-Showroom in der Marienstraße …

Wuppertal lebt von seiner Vielfalt, von den unterschiedlichen Kulturen und Milieus, die anstelle eines Nebeneinanders ein Miteinander anstreben und sich in der Interaktion gegenseitig befruchten. Wuppertal lebt von der Möglichkeit, sich in kürzester Zeit in neue Kunst- und Kulturkreise "beamen" zu können.

Wuppertal lebt letztendlich von der Erkenntnis, dass Lebensqualität nicht zwingend vom Stadtbild und von der Infrastruktur abhängig ist, sondern von der Qualität der menschlichen Beziehungen. Heute kann ich mir kein schöneres "erst zweites" Zuhause vorstellen.

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