| 19.30 Uhr

Müllers Marionettenheater
Wuppertals sympathischste Strippenzieher

Müllers Marionettenheater: Wuppertals sympathischste Strippenzieher
Sie halten die Fäden in der Hand (v.r.): Ursula und Günther Weißenborn, Anne Marx und Denise Zobler. FOTO: Top Magazin / Max Höllwarth
Wuppertal. Zum Abschluss des Gesprächs darf ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Und selbst eine der kunstvollen Marionetten über den Bühnenboden schweben lassen. Weit vorne übergebeugt spüre ich sofort meine Lendenwirbel. Von Hendrik Walder

"Ja", sagt Ursula Weißenborn lächelnd, "so ist das halt. Ich habe seit ewigen Jahren Rückenschmerzen beim Spiel…" Was macht man dagegen? "Ich nehme eben Tabletten." Aber deswegen auf das geliebte Spiel mit den Marionetten zu verzichten, das kommt für sie nicht in Frage.

Zum Glück wird diese Leidenschaft vom Publikum geteilt. Seit 30 Jahren unterhält das Ehepaar Weißenborn das (nicht nur aus Wuppertal kommende) Publikum – seit 25 Jahren alleine im schmucken Theater am Neuenteich, das ihnen die Besitzer der Immobilie, das Ehepaar Osterritter, seit jeher mietfrei zur Verfügung stellt. Klassische bergische Mäzene, die um ihre Unterstützung keinerlei Aufhebens machen und so eine Einrichtung sponsern, die deutschlandweit nur noch ganz selten vertreten ist.

Neun Marionettentheater zählt Weißenborn auf, darunter natürlich die berühmte Augsburger Puppenkiste. Die meisten von ihnen sind freilich museal – ein solch innovativer Spielbetrieb wie der von Müllers Marionettentheater ist kaum zu finden. In 35 Jahren inszenierten die Weißenborns Dutzende von Märchen, Musical, Opern und Schauspiele auf den Leib ihrer 700 selbst gestalteten Marionetten, die gehorsam die gewünschten Bewegungen ausführen und dennoch ihren eigenen Kopf zu haben scheinen. Und deren Spiel immer weiter perfektioniert wird.

Gefragt sind Spielfreude, Fingerfertigkeit - und Kondition. FOTO: Top Magazin / Max Höllwarth

Parallel entsteht für den Besucher neben dem Geschehen auf der Bühne im einsehbaren Oberraum eine zweite faszinierende Erlebnisebene. Auf der agieren bis zu sechs Puppenspieler gleichzeitig, entwickeln mit ihren Handbewegungen regelrecht eigene Choreographien, übergeben in Überkreuz-Aktionen geschmeidig die Figuren an den Nachbarn und behalten selbst im Gewirr Dutzender von Nylonstrippen stets den Überblick.

Auch auf der Bühne der Stadthalle ist Müllers Marionettentheater bereits aufgetreten, im In- und Ausland gab es umjubelte Tourneen. Im Fernsehen waren sie zu sehen, sie haben mit Placido Domingo und Werner Herzog zusammengearbeitet – freuen sich aber genauso über den großen Zuspruch bei Firmenjubiläen oder Kindergeburtstagen. In der laufenden Jubiläumsspielzeit ist der Spielplan naturgemäß besonders ehrgeizig.

Nach Mozarts "Entführung aus dem Serail", in der erstmalig Video-Installationen mit einbezogen wurden, stehen Dezember und Januar im Zeichen der Märchen. "Aladin und die Wunderlampe" und die "Schneekönigin" werden die Kinder in eine andere Welt entführen. "Unsere kleinen Gäste sollten mindestens drei bis vier Jahre alt sein", erklärt Ursula Weißenborn, da sie dann erst ihre "magische Weltsicht" ablegen und zwischen Menschen und Figuren unterscheiden können.

Aber, ganz im Ernst: Auch als Erwachsener erliegt man in Müllers Marionettentheater pausenlos dem Eindruck, auf der Bühne lebendige Wesen zu erleben.

Die Rundschau-Radrunde
 
 
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